Jour Fixe E-Assessment NRW: Regelmäßiger Austausch für Hochschulen
Der regelmäßige Austausch zwischen Hochschulen ist einer der wertvollsten Bausteine beim Aufbau einer belastbaren E-Assessment-Infrastruktur. Praxisprobleme lassen sich selten im Alleingang lösen – und die Erfahrungen einer Hochschule können für eine andere den entscheidenden Unterschied machen. Genau hier setzt das Format des Jour Fixe E-Assessment NRW an.
Was ist der Jour Fixe E-Assessment?
Der Jour Fixe ist ein regelmäßig stattfindendes Vernetzungstreffen, das im Rahmen des Projekts E-Assessment NRW etabliert wurde. Teilnehmende sind Vertreterinnen und Vertreter der nordrhein-westfälischen Hochschulen, die sich aktiv mit der Einführung oder dem Betrieb elektronischer Prüfungssysteme befassen – darunter Mitarbeitende aus IT-Abteilungen, Prüfungsämtern, Didaktikzentren und E-Learning-Einrichtungen.
Das Format ist bewusst offen und praxisorientiert gehalten. Kein starres Vortragsprogramm, sondern ein strukturierter Gesprächsraum, in dem aktuelle Fragen, Hindernisse und Entwicklungen gemeinsam diskutiert werden. Dadurch entsteht ein lebendiger Wissenstransfer, der über formale Publikationen hinausgeht.
Themen, die den Hochschulaustausch NRW prägen
Die Inhalte des Jour Fixe E-Assessment richten sich nach den tatsächlichen Bedarfen der Teilnehmenden. Typische Themenfelder sind:
- Technische Infrastruktur: Welche Softwarelösungen werden eingesetzt? Wie werden Prüfungsräume ausgestattet und betrieben? Wie läuft das Identitätsmanagement?
- Rechtliche Rahmenbedingungen: Fragen zur Prüfungsordnung, zu Barrierefreiheit und Datenschutz tauchen immer wieder auf und sind stark von lokalen Regelungen abhängig.
- Didaktische Herausforderungen: Wie gestaltet man elektronische Prüfungen, die Kompetenzen wirklich messen statt nur Klickverhalten?
- Krisenmanagement: Was tun bei Systemausfall, schwachem WLAN oder unerwarteten Prüfungsunterbrechungen?
Die Breite dieser Themen zeigt, dass E-Assessment kein rein technisches Projekt ist. Es berührt Verwaltung, Lehrpraxis und Hochschulrecht gleichermaßen.
Warum regelmäßiger Austausch entscheidend ist
Hochschulen stehen beim Jour Fixe E-Assessment nicht als Konkurrenten nebeneinander, sondern als Partner in einem gemeinsamen Prozess. Diese Grundhaltung ist keine Selbstverständlichkeit, aber sie zahlt sich aus.
Ein praktisches Beispiel: Wenn eine Hochschule gerade ein Problem mit der Authentifizierung während Online-Prüfungen gelöst hat, muss die nächste nicht bei null anfangen. Stattdessen kann sie von gemachten Fehlern lernen, bewährte Konfigurationen übernehmen oder zumindest Fallstricke kennen, bevor sie selbst darüber stolpert.
Dieser Wissenstransfer funktioniert aber nur, wenn der Austausch kontinuierlich stattfindet – nicht als einmaliges Großereignis. Der Jour Fixe schafft diese Kontinuität durch seinen wiederkehrenden Rhythmus.
Wie ist der Jour Fixe organisiert?
Die Treffen finden in regelmäßigen Abständen statt, je nach Projektphase monatlich oder im Zwei-Monats-Rhythmus. Die Koordination lag bei der Universität Paderborn, genauer beim ZIM – Zentrum für Informations- und Medientechnologien.
Teilnehmen können Hochschulen, die am Netzwerk E-Assessment NRW beteiligt sind. Dazu gehörten unter anderem die RWTH Aachen, die Universität Duisburg-Essen, die Bergische Universität Wuppertal und weitere Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen. Die Treffen fanden teils als Präsenzveranstaltungen, teils in hybrider oder rein digitaler Form statt – was in einem Netzwerk zu E-Assessment natürlich nahelag.
Protokolle und Dokumentation
Ein wesentlicher Mehrwert des Formats liegt in der Dokumentation. Gesprächsergebnisse, identifizierte Best Practices und offene Fragen werden festgehalten und im Netzwerk zugänglich gemacht. So profitieren auch Hochschulen, die nicht an jedem Termin teilnehmen konnten, vom Austausch.
Der Jour Fixe als Modell für nachhaltige Vernetzung
Was das Format besonders macht: Es ist kein Alibi-Event, das einmal im Jahr stattfindet und danach in Vergessenheit gerät. Der Jour Fixe E-Assessment NRW ist ein ernsthaftes Arbeitsinstrument – ein geschützter Raum, in dem auch unbequeme Fragen gestellt werden dürfen, ohne dass Reputation auf dem Spiel steht.
Für viele Teilnehmende ist dieser Hochschulaustausch NRW die direkteste Verbindung zu Kolleginnen und Kollegen, die vor exakt denselben Aufgaben stehen. Das schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Voraussetzung für echten Wissensaustausch.
Gerade für kleinere Hochschulen ohne eigene große E-Assessment-Abteilung ist ein solches Netzwerkformat unverzichtbar. Es gleicht Kapazitätsunterschiede aus und sorgt dafür, dass niemand das Rad zweimal erfinden muss.
Fazit
Der Jour Fixe E-Assessment ist mehr als ein Gesprächstermin. Er ist der organisatorische Kern eines Netzwerks, das nordrhein-westfälische Hochschulen beim strukturierten Einsatz elektronischer Prüfungen begleitet und stärkt. Wer eine E-Prüfungsinfrastruktur aufbauen oder verbessern möchte, findet hier keine fertige Blaupause – aber etwas Wertvolleres: echte Erfahrungen aus dem Hochschulalltag.